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Jäger gegen Neubau der Storchenstation in Tillmitsch

Seit 1996 werden verletzte Störche aus der ganzen Steiermark auf die Storchenstation nach Tillmitsch gebracht, vom Herrn Rosenthaler gesund gepflegt und wieder ausgewildert. Die Storchenstation – das Privatgrundstück von Storchenvater Helmut Rosenthaler – ist komplett überfüllt, es können bald keine verletzten Vögel mehr aufgenommen werden.

Bereits Anfang 2009 war ein geeignetes Grundstück für einen Neubau gefunden worden, die Gemeinde hatte sich bereit erklärt, diesen Platz zu kaufen und an den Storchenverein zu verpachten. Der Gemeinderatsbeschluss fiel damals sogar einstimmig aus. Ab diesem Zeitpunkt versuchte die örtliche Jägerschaft alles, um den Neubau der Storchenstation auf diesem Platz zu verhindern.

Natürlich waren damals einige Grundstücke in der engeren Auswahl, aber entweder waren sie für den Storchenverein unerschwinglich oder Stromleitungen befanden sich in der Nähe des Grundstücks, die eine tödliche Falle für Störche sein können.

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Mitte 2009 gab es Gemeinderatswahlen und die Gemeinde Tillmitsch stellte – vermutlich auf Druck von (Jäger-)Wählerstimmen - den Kauf des Grundstücks zurück, obwohl die Firma STRABAG bereits einen Kaufvertrag ausgestellt hatte.

Um das Grundstück nicht zu verlieren, mobilisierte Herr Rosenthaler alle Storchenfreunde und es gelang ihm, Ende 2009 den heutigen Storchengrund mit knapp 6000 m² für den Storchenverein zu erwerben.

 

Helmut Rosenthaler – am 16.11.2010 mit dem Tierschutzpreis „Der beste Freund der Tiere“ ausgezeichnet durch Gesundheitsminister Alois Stöger – kämpft seit rund 1 ½ Jahren für die Umwidmung zur Sondernutzung im Freiland durch die Gemeinde in Tillmitsch. Da diese Behörde die Unterschrift noch immer verweigert, drängt sich natürlich die Vermutung auf, dass die Tillmitscher Jäger den Bürgermeister und seine Gemeinderäte nach wie vor unter Druck setzen.

 

Am 5.5.2011 erschien in der Kleinen Zeitung dieser Artikel:

Störche als Zankapfel

Tillmitscher Jägerschaft tritt gegen das Projekt "Storchenstation neu" am geplanten Standort auf. Storchenverein fordert baldige Entscheidung.

Konfliktgeladen scheint das Thema einer neuen Storchenstation in Tillmitsch. Wie bereits berichtet, plant der Storchenverein mit Helmut Rosenthaler eine neue Storchenstation außerhalb des Ortsgebietes zu errichten.

Der Anlass: auf dem Grundstück von Rosenthaler, wo derzeit eine kleine Storchenstation untergebracht ist, wird es mittlerweile zu eng. Daher hat der Storchenverein ein Grundstück im Freiland für diesen Zweck erworben, die nötige Umwidmung der Gemeinde ist allerdings noch ausständig.

Worüber die örtliche Jägerschaft froh ist. Denn, so argumentieren die Weidmänner Erich Macher und Gerhard Emmerschitz: "Das ausgewählte Grundstück grenzt an das Europaschutzgebiet an und ist für diesen Zweck einfach nicht geeignet. Die Arbeit des Herrn Rosenthaler stellen wir überhaupt nicht in Frage, aber am geplanten Standort wäre ein Storchentourismus wider die Natur und eine Zuchtstation lässt das Biotop dort nicht zu." Auch bekrittelt wird, dass man Rosenthaler seit Jahren Konsensmöglichkeiten angeboten habe, aber halt nichts passe. 500 Unterschriften habe man bereits gegen das Projekt am geplanten Standort gesammelt.

"Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen", kontert Rosenthaler. Der auch zugibt, dass ihm Alternativstandorte vorgeschlagen worden seien. Aber, so Rosenthaler: "Die Grundstücke waren nicht passend und schlichtweg nicht leistbar für unseren Verein." Das Argument des Storchentourismus will er auch nicht gelten lassen. Somit scheint klar: einigen werden sich Rosenthaler und die Jägerschaft wohl kaum.

Bettina Kuzmicki

Zitiert wird wieder einmal Herr Macher, ein Tillmitscher Jäger, der glaubt, dass „die Störche Raubvögel sind und nicht mehr zu den geschützten Arten gehören.“ (Interview in der „Woche“ vom 4.6.2009)

Da die Störche durch die EU streng geschützt sind, müsste schon allein für diese bedenkliche Aussage die Jagdbehörde aktiv werden.

Schlecht informiert sind die Jäger auch darüber, wenn sie die Storchenstation als Zuchtstation bezeichnen. Auch flugunfähige Störche verlieren ihren Fortpflanzungstrieb nicht, bauen einfach am Boden einen Horst ziehen ihre Jungen selbst auf.

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Auf Grund des unermüdlichen Einsatzes des Storchenvaters ist es ihm in den letzten Jahren immer gelungen, dass sämtlicher Nachwuchs dieser Störche erfolgreich ausgewildert werden konnte. Da laut WWF, die Störche in ihrem Bestand gefährdet sind, ist dieses einzigartige Ereignis natürlich ein großartiger Erfolg für Helmut Rosenthaler. Immer wieder gibt es Rückmeldungen von Ornithologen, dass in Israel und Nordafrika auf der Storchenstation beringte Jungstörche gesichtet worden sind.

 

Vertreter vieler Naturschutzbehörden haben inzwischen das Grundstück besichtigt und gaben ihre Zustimmung – natürlich auch in schriftlicher Form – für die geplante Nutzung durch den Storchenverein.

Ein Artenschutzprojekt passt natürlich besser in diese „sensible Zone“ als das Töten von Wildtieren. Die angelegte Blumenwiese ist bereits ein Zufluchtsort für gehetzte Wildtiere geworden, für die örtliche Jägerschaft gilt dort natürlich „Betreten verboten!“

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Warum sich die Jäger übertrieben als Natürschützer aufspielen, ist nicht ganz klar. Angeschossenes Wild, das hilflos irgendwo verreckt, Bleischrot in den Wäldern, der Abschuss von gezüchteten Fasanen und Enten passen einfach nicht in das heutige Bild von Tier- und Umweltschutz.

 

Die Jäger von Tillmitsch haben laut Gesetz keinerlei Parteistellung, was den Neubau der Storchenstation auf diesem Grundstück betrifft, ihre Äußerungen dazu sind also nicht relevant.

Da sie sich trotzdem bemüßigt fühlen, Unterschriften dagegen zu sammeln, wird nun auch der Storchenverein eine Petition starten, damit Storchenfreunde in Österreich, Europa und Übersee über diese unhaltbare Situation in Tillmitsch informiert werden.

5.5.2011

 

 

 

 

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